Anwendungsvideos

Anwendungsvideos demonstrieren den praktischen Nutzen eines Produkts, erklären die Funktionsweise oder demonstrieren Anwendungsbeispiele oder Verwendungsprozeduren. Die Kommunikationszwecke reichen von Anreiz-Teasern, über Ergänzungen zum Handbuch bis hin zur Demonstration komplexer Anwendungsprozesse vor potentiellen Käufern.

Im B2C-Bereich werden Anwendungsvideos vor allem eingesetzt um zu zeigen, wie einfach ein Produkt zu bedienen ist. Gleiches gilt auch für viele B2B-Produkte. Ausserdem profitieren komplexe Produkte und Dienstleistungen sehr stark von Anwendungsvideos:

  • man kann große Anlagen in der Anwendung zeigen, ohne die Anlage zum Kunden oder den Kunden zur Anlage zu bringen
  • Prozesse, die lange Zeit in Anspruch nehmen, können abgekürzt dargestellt werden
  • Anlagen oder Prozesse, die in unwirtlicher Umgebung operieren (Lärm, Schmutz, Gefärdung, Sicherheitsaspekte) können in sicherer und angenehmer Umgebung präsentiert werden
  • abstrakte Prozesse und Dienstleistungen können grafisch visualisiert werden

Beispiele

Wacker CAVAMAX®

Henkel Ceramishield RobotIQ®

CERAMISHIELD RobotIQ®

Levin Design

Anwendungsvideo zur Entstaubung und Trockenreinigung von Schallplatten.

Aktionsplan

Definitition des Kommunikationsziels

Das Kommunikationsziel sollte auch hier eindeutig sein. Bei einfach zu bedienenden Produkten kann Installation und Anwendung vielleicht in einem kurzen Video mit unter 3 Minuten Länge dargestellt werden. Bei komplexeren Produkten oder Prozessen beitet es sich an, monothematisch vorzugehen und die Installation, erste Inbetriebname und gegebenenfalls unterschiedliche Anwendungsfälle in jeweils einzelnen Clips zu behandeln. Generell gilt: wenn mehrere Kommunikationsziele gleichzeitig angestrebt werden (z.B. Bedienungsanleitung und Branding), ist kein klares Konzept mehr möglich und die einzelnen Ziele leiden durch erzwungene Kompromisse und komplizierte Strukturen. Im Falle des Anwendungsvideos sollte das Branding allein durch das konsequente Design im Sinne des CI-Handbuchs verfolgt werden. Die Handlungsführung kann sich dann auf die Vorstellung der Anwendung konzentrieren.

Definition der Zielgruppe

Richtet sich der Clip an private Endanwender, an Zwischenhändler oder Messevorführer? Oder an fachkundige Ingenieure, Chemiker, Einkäufer oder Projektleiter? Nur wer seine Zielgruppe kennt, kann den Aufbau, die Inhalte und die Präsentationsform optimal an die Erwartungen des Publikums anpassen.

Realbild oder Animation

Oder eine Kombination von beidem? Die Art der Visualisierung bestimmt die nächsten Schritte in Bezug auf Planung, Budget und Realisation. Wenn man das Produkt anfassen und sehen kann, ist das Realbild meist einfacher und günstiger umzusetzen.

Realbild

Aufwand

Realbild-Aufnahmen an einem Drehort sind für die meisten Anwendungs-Clips an einem Drehtag zu realisieren. Eventuell lassen sich sogar mehrere Anwendungsvideos an einem Drehort und Drehttag realisieren. Ausnahmen sind Anwendungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken oder bei denen Zwischenschritte für wiederholte Einstellungen nur schwer reproduzierbar oder verfügbar sind.

Besonders wichtig!

Gerade bei Anwendungsvideos für den herstellenden Bereich muss die Reproduzierbareit von Zwischenschritten bei der Dispo beachtet werden. Eventuell müssen Zwischenprodukte auf Vorrat für zu wiederholende Kameraeinstellungen verfügbar gehalten werden. Hier ist die Absprache zwischen den Produktexperten und dem Videoproduktionsteam besonders wichtig.

Animation

Aufwand

Animationen bieten sich bei komplexeren Arbeitsabläufen an, die nur schwer mit Realbild darzustellen sind, oder wenn das Realbild optisch nichts hergibt. Animation ist bei eine Filmlänge ab 30 Sekunden meist aufwändiger als Realbildaufnahmen. Produktmodelle müssen erstellt werden. Eventuell können CAD-Daten als Grundlage dienen. Alle grafischen und inhaltlichen Elemente müssen erstellt und abgestimmt werden. 3-D-Animationen und Simulationen sind trotz fortschreitender Software-Technik immer noch zeitintensiv und erfordern eine spezialisierte Crew. Die meisten Probleme bei Animationsclips entstehen aus Gründen der Abstimmung und wenn die vereinbarten Prozesse nicht eingehalten werden (können). Alle Gestaltungselemente müssen final abgestimmt und abgenommen sein, bevor es an die Animation und die weiteren Schritte geht. Denn oft sind grundsätzliche Änderungen am beinahe finalen Clip nur mit unverhältnissmäßig großem Aufwand möglich.

Besonders wichtig!

Sie sollten die Abnahme-Prozesse der grafischen und inhaltlichen Elemente gemeinsam mit dem Produzenten definieren. Das Einhalten der Prozesse sorgt für geringere Kosten und ein planbares Ergebnis.

über den Autor

Oliver Wanke

Oliver Wanke berät und coached Unternehmen bei der Produktion und Steuerung von Bewegtbild-Strategien in der Unternehmenskommunikation. Er ist Produzent und Inhaber des Videoproduktionshauses acpp GmbH und doziert zu Themen rund um die Videoproduktion an einer Reihe von Schulungseinrichtungen und Hochschulen.

Kontakt

acpp GmbH
Oliver Wanke
Tel: +49-89-1890 4635
oliver.wanke@acpp.de
www.acpp.de

Oliver Wanke

https://www.xing.com/profile/Oliver_Wanke