Final Cut Pro X Tutorial

Final Cut Pro X ist eines der modernsten Programme für den Videoschnitt. Inbesondere für den Einsatz in Redaktionen und in der Unternehmenskommunikation und im Social-Media Marketing ist es bestens geeignet. Das Programm gibt es ausschließlich für den Mac.

Dieses Tutorial zeigt, wie man mit Final Cut Pro X die üblichen Prozesse eines Videoschittes effizient ausführen kann.

Medienmanagement

Medienmanagement ist mit Final Cut Pro X sehr einfach, da das Programm das Management komplett übernimmt. Die oberste Organisationseinheit ist in Final Cut Pro X die Mediathek. Wenn man eine neue Mediathek anlegt, entsteht am Speicherort eine Datei, die neben den Projektinformationen auch alle Medien enthält, die im Laufe des Projektes importiert werden.

1. Neue Mediathek anlegen

Als erster Schritt wird also eine neue Mediathek erstellt. Den Speicherort kann man dabei frei bestimmen. Er kann sowohl auf der internen Festplatte als auch auf einer externen Festplatte angelegt werden.

Auf der Festplatte sehen wir jetzt eine neue Mediathek. Die Dateigröße wird wachsen, wenn wir weitere Medien importieren. Falls das Projekt einmal an einen anderen Ort oder auf eine andere Festplatte verschoben werden soll, kann man dazu einfach diese Mediathek kopieren bzw verschieben.

Import

Der nächste Schritt ist das Importieren der Medien, also der Video- und Audio-Clips und gegebenefalls Fotos, Grafiken, und so weiter. Dazu öffnen wir das Import-Fenster.

Manchmal öffnet sich das Importfenster auch automatisch, sobald man eine Speicherkarte mit Filmadateien einlegt.

Hier können nun einzelne Mediendateien oder alle Medien der Karte auf einmal zum Import ausgewählt werden.

Als weitere organisatorische Einheiten enthält die Mediathek sogenannte Ereignisse. Das kann man sich auch wie Unterordner vorstellen. So könnte beispielsweise für jeden Drehtag ein eigenes Ereignis erstellt werden, oder für die verschiedenen Folgen einer Serie. Das ist aber nicht zwingend notwendig. Es kann in einer Mediathek auch mit nur einem Ereignis gearbeitet werden.

Beim Import wird festgelegt, in welchem Ereignis die Medien abgelegt werden.

Nun können die ausgewählten Medien importiert werden. Das Importfenster schließt sich nach dem Start und es kann sofort weitergearbeitet werden, während das Kopieren der Medien im Hintergrund geschieht.

Projekt anlegen

Eine Filmsequenz, oder einfach ein zu erstellender Film, wird in Final Cut Pro X Projekt genannt. Wir müssen also ein neues Projekt erzeugen, damit wir einen Film erstellen können.

Projekte werden organisatorisch einem Ereignis zugeordnet. Man kann ein neu zu erstellendes Projekt beim Erstellen einem Ereignis zuordnen und einen Namen geben. Dieser Name wird später beim Ausspielen auch als Dateiname vorgeschlagen.

Sichten

Die importieren Clips erscheinen innerhalb des beim Import festgelegten Ereignisses, können von dort aber auch nachträglich in andere Ereignisse verschoben werden.

Wichtig: die Medien werden im Hintergrund kopiert, man kann aber sofort mit der weiteren Arbeit beginnen. Die zu importierenden Medien dürfen erst ausgeworfen werden, wenn der Kopiervorgang abgeschlossen ist. Man erkennt das an der Anzeige "100 Prozent" in der Aktivitätsanzeige.

Mit dem Sichten beginnt die eigentliche inhaltliche Arbeit des Schnittprojekts.

Ein einfacher Klick auf einen Clip öffnet ihn in großen Ansichtsfenster. Beim Navigieren helfen die Tasten J,K und L (Rückwärts, Stop, Vorwärts). Mehrfaches Drücken von J oder L erhöht die Abspielgeschwindigkeit.

Beim Sichten kann man beginnen, das Material zu ordnen. So kann man die Clips beispielsweise nach Szenen oder nach Art der Aufnahme kategorisieren. Jedes Projekt hat seine eigene Struktur, und die gilt es abzubilden. Das Ziel ist dabei, dass man später nicht lange suchen muss, wenn man eine bestimmte Aufnahme sucht.

Das Kategorisieren macht einem Final Cut Pro X extrem einfach. Ein Klick auf das Schlüsselsymbol öffnet den Stichwort-Editor. Hier kann man einem Clip oder mehreren selektierten Clips Stichwörter zuordnen. Diese Stichwörter sind wie Tags zu verstehen. Weitere Clips kann man man durch cmd-Klicks einer Auswahl hinzufügen. Shift-Klicks machen eine Bereichsauswahl.

Die verwendeten Stichworte erscheinen dann innerhalb des Ereignisses. Eventuell muss dieses erst aufgeklappt werden. Stichworte kann man übrigens nicht nur für ganze Clips vergeben, sondern auch für einen Teilklip, der mit einem in- und einem out-Punkt selektiert ist (Tasten i und o - mehr dazu im Abschnitt Rohschnitt).

Rohschnitt

Da man beim Sichten schon die erste Vorstellung von den zu verwendenden Clip-Ausschnitten erhält, geht der Prozess nahtlos in den nächsten Schritt, den Rohschnitt über. Beim Rohschnitt wird die Struktur des Films grob angelegt. Die wahrscheinlich zu verwendenden Clipausschnitte werden in etwa an die richtige Stelle gelegt. Es geht nicht darum, genau zu arbeiten oder endgültige Entscheidungen zu treffen. Es geht darum, eine erste Arbeitshypothese anzulegen und diese solange anzupassen, bis man mit der Struktur zufrieden ist.

Als erstes gilt es, in den aufgenommenen Medien die besten brauchbaren Segmente zu finden. Hat man etwas gefunden, das Teil der Story werden soll, selektiert man den Bereich mit einem in-Punkt und einem out-Punkt. In Final Cut Pro X drückt man dazu die Taste i, um einen in-Punkt an der Abspielposition zu setzen, und die Taste o für einen out-Punkt. Der so selektierte Bereich, wird dann mit der Taste e an das Ende des Filmes im aktuellen Projekt angefügt. Alternativ kann der Clip auch mit der Taste w an der Abspielposition eingefügt werden oder mit der Taste q an der Abspielposition überlagert werden.

Hier sollte man nicht durch den Versuch von genauem Arbeiten Zeit verlieren. Anpassungen können wir später in der Timeline viel einfacher und genauer machen.

So entsteht im Laufe der Zeit eine grobe Struktur des Films. Die sogenannte Timeline des Films wird bei Final Cut Pro X als "magnetisch" beschrieben. Anders als bei anderen Schnittprogrammen wie Adobe Premiere verfolgt man hier nicht das Spur-Konzept. In Final Cut Pro X können einzelne Clips einfach verschoben und zwischen andere Clips eingefügt werden. Die umliegenden Clips machen Platz, spätere Clips werden einfach nach rechts verschoben.

Neben den Tasten J, K und L gibt es weitere Tastenkürzel zum effizienten Navigieren in der Timeline. Mit den Tasten cmd-+ (cmd-Plus) wird in der Timeline um die Abspielposition hereingezoomt, mit den Tasten cmd-- (cmd-Minus) herausgezoomt. Die Tasten Umschalt-z stellen den Zoom-Faktor so ein, dass man den gesamten Film in der Timeline sieht. Mit Pfeiltaste-rauf springt die Abspielposition zum nächsten Schnittpunkt, mit Pfeiltaste-runter zum vorhergehenden. Die Taste Pos1 oder fn-Pfeiltaste links springt zum Anfang der Timeline, Ende oder fn-Pfeiltaste rechts zum Ende der Timeline.

Feinschnitt

Auch die Schnittpunkte lassen sich durch einfaches Ziehen anpassen. So gehen wir langsam in den Feinschnitt über, in dem es nun gilt jeden Schnittpunkt genau anpassen und für saubere Schnitte zu sorgen.

Greift man einen Schnittpunkt am Anfang eines Clips mit dem Auswahlwerkzeug, kann man durch Ziehen nach links den in-Punkt nach links verschieben, der Clip wird länger. Ziehen nach rechts verschiebt den in-Punkt nach Rechts, der Clip wird vom Anfang her kürzer. Greift man den Schnittpunkt am Ende eines Clips, wird der Clip durch Ziehen nach rechts länger, durch Ziehen nach Links kürzer. Ob man nun den Endpunkt eines Clips greift oder den Anfangspunkt des angrenzenden Clips erkennt man an der Biegung der gelben Klammer: eine nach rechts geöffnete Klammer bezeichnet den in-Punkt.

Eine nach links geöffnete Klammer kennzeichnet einen out-Punkt.

Audio

Der Ton ist beim Film genauso wichtig wie das Bild. Sobald die Schnitte halbwegs gesetzt sind, müssen die einzelnen Clips ausgepegelt werden und die Übergängen müssen optimiert werden. Beides ist in Final Cut Pro X sehr einfach.

Im Bereich der Clipdarstellung ganz rechts unten kann man einstellen, wie die Clips in der Timeline dargestellt werden.

Hier kann man neben der Cliphöhe auch die Anzeige der Video- und Audio-Bestandteile eines Clips einstellen. Für die Audiobearbeitung muss eine der ersten vier Optionen gewählt sein. Dann erscheint innerhalb des Audiobereichs eine schwarze Linie. Mit dieser Linie können wir den Audio-Pegel des Clips einstellen, also den Clip lauter oder leiser machen. Durch ein nach oben Ziehen der Linie wird der Clip lauter, durch ein nach unten Ziehen leiser. Gegebenenfalls muss man bei der Clipdarstellung die Cliphöhe vergrößern, um genauer arbeiten zu können.

Der Gesamtpegel darf die Markierung 0dB nicht überschreiten sollte aber in den Spitzen über -6db erreichen.

Um die Übergänge zu bearbeiten, muss man die Audiospur durch einen Doppel-Klick auf den Audiobereich eines Clips herausklappen. Jetzt können die Enden des Audio-Clips separat vom Video verlängert werden, zum Beispiel, um einen Übergang zum umliegenden Clip zu schaffen.

Um den Übergang weicher zu gestalten, kann ein Audio-Clip ein- oder ausgeblendet werden. Dazu muss man mit der Maus über einen kleinen Knopf am Audio-Clip-Ende gehen und diesen Knopf nach links oder rechts ziehen. Der Mauszeiger verwandelt sich dabei in zwei kleine Pfeile, die nach links und rechts zeigen.

Text

Nur wenige Projekte kommen ganz ohne Texteinblendungen aus. Sei es für Titel, die Vorstellung von Personen mit sogenannten Bauchbinden, oder dem gezielten Einsatz von Typografie für Branding oder als Vermittlungsebene. Ein Knopf für die Anzeige der Textgeneratoren befindet sich rechts über der Timeline.

Hier gibt es eine Vielzahl von vordefinierten Text-Animationen und -Anmutungen. Die Vorlage für "einfach nur ein Text" heißt hier "Eigene". Einen Textgenerator kann man per drag-and-drop über die gewünschte Stelle in der Timeline ziehen oder mit der Taste q an der Abspielposition überlagern.

Der Text kann dann direkt im Vorschaufenster nach einem Doppelklick in den Textbereich bearbeitet werden. Oder man editiert ihn im Inspektor. Dieser öffnet sich mit der Taste cmd-4 oder durch einen Klick auf den Info-Button fast ganz rechts über der Timeline:

In diesem Bereich kann man unter den verschiedenen Reitern wie "Titel" und "Text" unterschiedlichste Einstellungen vornehmen. Hier wird auch die Schriftart und -Größe eingestellt. Manche Bereiche muss man erst durch einen Klick auf die Beschriftung "Anzeigen" aufklappen, die sichtbar wird, sobald man mit der Maus über einen Bereich geht. Die Textfarbe befindet sich beispielsweise im Bereich "Stil".

Texte können positioniert werden, indem man den Text-Clip in der Timeline selektiert und ihn dann mit der Maus an der Position der Kreismarkierung direkt im Textfeld greift und verschiebt.

Farbkorrektur

Manche Clips profitieren von einer Farbkorrektur. Ein Klick auf die Auswahl "Farbtafeln einblenden" öffnet das entsprechende Fenster im Inspektor.

Im Farbbereich im Inspektor finden sich Werkzeuge zur Anpassung der Helligkeitsverteilung (Reiter Belichtung), der Sättigung (Reiter Sättigung) sowie der Farbgebung (Reiter Farbe).

Der große Schieber an der linken Seite beeinflusst das gesamte Bild, die kleinen Kugeln beeinflussen definierte Helligkeitsbereiche einzeln. Die schwarze Kugel steht dabei für die Schatten, die graue für die Mittentöne und die weiße für die hellsten Bildbereiche.

Playout

Ist der Film fertig, wird er als eigenständige Bilddatei ausgespielt. Dieser Prozess ist bei Final Cut Pro X stark vereinfacht. Der Knopf dazu befindet sich ganz rechts über der Timeline.

Für typische Ziele wie Youtube, Vimeo und Facebook gibt es Voreinstellungen. Nach der Eingabe der Login-Daten werden die Clips dann automatisch mit den entsprechenden Datenschutz-Einstellungen hochgeladen und veröffentlicht.

Weitere Zielformate kann man unter dem Punkt "Ziel hinzufügen" definieren.

Tastatur Kürzel für Final Cut Pro X

Zusammengefasst nochmal die wichtigsten Tastenbefehle:

Weitere Fragen zum Videoschnitt mit Final Cut Pro X, Infos zu unseren Kursen, Workshops, Seminaren, Firmenschulungen, Einzelschulungen, Telefonschulungen und Coachings gibt es hier: Final Cut Pro X Schulungen

über den Autor

Oliver Wanke berät und coached Unternehmen bei der Produktion und Steuerung von Bewegtbild-Strategien in der Unternehmenskommunikation. Er ist Produzent und Inhaber des Videoproduktionshauses acpp GmbH und doziert zu Themen rund um die Videoproduktion an einer Reihe von Schulungseinrichtungen und Hochschulen.
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